**R** „Der Sternenstaubdieb“ – von Chelsea Abdullah

Ein Abenteuer im 1001 Nacht-Setting


Erscheinungsdatum: 15.02.2025

Verlag: Klett-Cotta

ISBN: 9783608966138

Sprache: Deutsch

Gebundenes Buch 576 Seiten

Vielen herzlichen Dank an den Verlag und an Lovelybooks für das Leserunden-Exemplar! ♥

„Loulie al-Nazari ist überall bekannt als die Mitternachtshändlerin. Sie jagt illegaler Magie der Dschinn hinterher, um sie auf dem Nachtmarkt teuer zu verkaufen. Eines Tages lässt der Sultan sie verhaften. Sie muss eine verschollene magische Lampe für ihn finden oder sterben. Auf der Reise kreuzt ein Dschinnmörder ihren Weg: der berüchtigte Sternenstaubdieb... Ein betörendes Fantasyepos um eine starke und verletzliche Protagonistin.“

„Der Sternenstaubdieb“ fühlt sich an, als würde man mit spitzen Pantoffeln über knirschenden Sand in sein nächstes Wüstenabenteuer laufen. Darin erwartet den Leser eine gefährliche, orientalische Dschinnwelt voller Magie und mystischer Geschichten. Zudem überzeugen viele Anspielungen auf altbekannte Geschichten, wie Aladdin, Alibaba und die 40 Räuber oder Scheherezade. Ich fühlte mich direkt wie im Setting aus 1001 Nacht.

Dabei malt die Autorin mit ihren Worten wie eine geschickte Künstlerin ihre Hennamuster. Das Bild setzt sich langsam, aber voller Schnörkel künstlerisch zusammen. Ich fand, dass das Geschehen nicht immer mit dem größten Spannungslevel besticht. Dennoch war für mich durchweg eine gewisse Sogwirkung vorhanden, weil es sich wie eine Erzählung eines uralten Geschichtenerzählers liest.

Als Leser begleitet man die Hauptfiguren Loulie, die Mitternachtshändlerin und ihren treuen Gefährten Qadir. Sie haben es sich zum Beruf gemacht, illegale, magische Gegenstände aufzuspüren und auf dem Schwarzmarkt zu verhökern. Ich empfand sie als starkes Gespann mit einem super interessanten Job. Womit sie sich mittlerweile einen Namen gemacht haben.

Genau deshalb werden sie auch vom Sultan beauftragt, in die Stadt der gefährlichen Dschinn zu reisen und ihm ein uraltes Relikt zu bringen – eine magische Lampe. Seinen Sohn, den Kronprinzen und seine wortkarge Räuberin schickt er mit auf die teilweise sehr blutige Reise, voller Fallen und Feinde. 

Auf dem Weg tauschen die Reisegefährten miteinander mehr Lügen aus als Wahrheiten und sammeln ihre Geheimnisse. Ich persönlich hätte mir manchmal mehr Enthüllungen zu ihnen gewünscht, um sie noch näher kennenzulernen. Einige Entwicklungen lassen sich jedoch erahnen, wodurch man nicht immer zu lange im Dunkeln tappt - wobei mich der ein oder andere Plottwist auch zu überraschen wusste.

Am meisten hatten mich jedoch die Dschinn am Haken. Einige durfte ich im ersten Band bereits etwas näher kennenlernen und sie zählten direkt zu meinen Charakterfavoriten. Egal, ob sie in den Schatten verschwinden und in der Dunkelheit ihre Kraft herziehen oder Ghule befehligen können, sie waren alle faszinierend. Doch die Gefahr, die von ihnen ausgeht, ist nicht zu unterschätzen.

Ihre Magie ist vielseitig, mächtig und düster. Ich hätte mir jedoch noch mehr Details und Erläuterungen zum Magiesystem und dem Weltenaufbau gewünscht. Zudem waren nicht alle Details stimmig und ich bin gespannt, ob in den Folgebänden noch einige Logiklücken gestopft werden können. Weil es dennoch etwas komplexer anmutet, würde ich es nicht unbedingt Fantasy-Einsteigern empfehlen. 

Du liebst Klassiker wie Aladdin, Scheherezade oder Alibaba? Dann ist „Der Sternenstaubdieb“ vielleicht etwas für dich. Ich war so ein Fan von dem orientalischen Setting und dem Abenteuer in der Wüste voller faszinierender, düsterer Dschinn. Wenn der Plot auch nicht immer durch brenzlige, atemlose Szenen besticht, so hatte es doch immer eine Sogwirkung auf mich. Die gefährliche Reise bestreiten vier unterschiedliche, interessante Persönlichkeiten, über die ich gerne noch mehr erfahren hätte. Genauso wünsche ich mir noch weitere Details zum Magiesystem und Weltenaufbau, die ich mir in der Fortsetzung erhoffe.


( 4 / 5 Dschinn)


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2 Kommentare:

  1. Hi Leni!

    Du hast deiner Rezension einen wunderschönen Zauber aus 1001 Nacht verliehen :) Es klingt nach eine spannenden Abenteuer voller Magie - auch wenn die Details hierzu manchmal noch etwas offenlassen, ich denke, darüber erfährt man dann vielleicht mehr in der Fortsetzung.
    Ich denke, ich werde es mir jetzt doch mal auf die Wunschliste packen!

    Liebste Grüße, Aleshanee

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  2. Huhu Leni,
    auch mein Herz schlägt ja für orientalische Geschichten, wie du weißt. Daher war ich sehr neugierig auf deine Rezension. Du hattest mich schon gleich mit dem Vergleich der Hennakünstlerin. So schön geschrieben <3

    Das Setting scheint hier sehr gut umgesetzt. Das spricht mich schon sehr an. Außerdem hast du mich mit den Dschinns neugierig machen können. Ich dachte so: Ohhh, Dschinns <3<3<3 und dann hast du auch noch geschrieben, dass sie nicht nur oberflächlich sondern gut dargestellt wurden.

    Lediglich die Tatsache, dass es sich um eine Reihe handelt, schreckt mich gerade noch etwas ab, da ich zur Zeit den Blick in Richtung SuB gerichtet und noch einige Reihen am Wickel habe. Aber vielleicht ist das ein Kandidat für die Wunschliste :o)

    Ganz liebe Grüße
    Tanja :o)

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