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**R** „Wenn alle Katzen von der Welt verschwänden“ – von Genki Kawamura



"Die Wirklichkeit übertrifft die Fantasie"


Erscheinungsdatum: 23.04.2018

Verlag: C. Bertelsmann

ISBN: 9783570103357

Sprache: Deutsch

Fester Einband 224 Seiten

Vielen herzlichen Dank an den Verlag für das Bereitstellen eines Rezensionsexemplares ♥



„Ein junger Briefträger erfährt überraschend, dass er einen unheilbaren Hirntumor hat. Als er nach Hause kommt, wartet auf ihn der Teufel in Gestalt seines Doppelgängers. Er bietet ihm einen Pakt an: Für jeden Tag, den er länger leben möchte, muss eine Sache von der Welt verschwinden. Welche, entscheidet der Teufel. Der Briefträger lässt sich auf dieses Geschäft ein. Am Tag darauf verschwinden alle Telefone. Am zweiten Tag die Filme, am dritten alle Uhren. Als am vierten Tag alle Katzen verschwinden sollen, gebietet der Briefträger dem Teufel Einhalt. Und macht etwas völlig Überraschendes ...

Genki Kawamura stellt in seinem Roman, von dem in Japan über eine Millionen Exemplare verkauft worden sind, die einfache Frage: Was macht ein gutes und erfülltes Leben aus?“


Der Plot ist wunderbar originell und interessant. An jedem Tag verschwindet ein Gegenstand von der Welt. Komplett. Vollständig. So schnell wird man als Leser mit vielen Fragen, Überlegungen und interessanten Themen konfrontiert. Auf welche Gegenstände können wir überhaupt verzichten? Gibt es welche, die wir vielleicht gar nicht bräuchten? Oder machen uns die Gegenstände dieser Welt nicht auch irgendwie aus? So fühlen wir uns unserem Lieblingsfilm vielleicht sehr verbunden oder rufen damit eine schöne Erinnerung wach. Oder was brauchen wir in unserer eigenen Welt, damit sich das Leben noch lohnt? Ich war so fasziniert von all diesen Gedanken und Fragen, so dass ich völlig in die Geschichte abgetaucht bin.

Die Kapitel im Buch sind in Tage unterteilt und jeder Wochentag widmet sich jeweils einem verschwundenen Gegenstand. Dabei ist Genki Kawamuras Schreibstil oft sehr poetisch und selbstgrüblerisch.

Im Buch sucht sich der Teufel bestimmte Personen aus, die kurz vor dem Tod stehen. Warum? Zum Zeitvertreib. Er nennt es „das Spiel gegen Gott“. Dieses Mal hat er einen jungen Postboten und damit eine sehr interessante Persönlichkeit für sein Spiel ausgesucht. Die Beiden waren ein skurriles, originelles und sehr interessantes Gespann. Der Teufel wird ein wenig ulkig dargestellt in seinem Hawaiihemd und seiner bunten Hose. Aus Spaß macht er immer wieder verrückte Dinge und lässt beispielsweise spontan Katzen sprechen.

Etwas zum Kontrast zum Teufel steht der ernste Protagonist. Die Geschichte wird jedoch ausschließlich aus seiner Sichtweise erzählt. Bei jedem Gegenstand überlegt er genau, welche Auswirkungen dessen Verschwinden haben könnte. Immer wieder gibt er dem Leser somit wichtige Denkanstöße oder lässt ihn an seinen poetischen Gedanken teilhaben. Dennoch werden die direkten und tatsächlichen Auswirkungen auf die Gesellschaft beim Verschwinden – beispielsweise aller Filme – kaum bis gar nicht beschrieben. Trotz dessen, die Mischung aus Humor, Poesie und den vielen Denkanstößen hat mich immer wieder überraschen, aber auch von sich überzeugen können. Der Protagonist verliert sich dabei oft in seinen eigenen Gedanken oder Erinnerungen.

Mein einziger Mini-Kritikpunkt ist jedoch, dass sich manche Stellen etwas gezogen haben. Der Protagonist wird in der Geschichte mit seinem eigenen Tod konfrontiert und dass er diesen verarbeiten muss, ist selbstverständlich. Dennoch verliert er sich im Buch hin und wieder in einigen Erinnerungen, die nicht immer relevant für den Handlungsfortlauf erschienen. Lieber hätte ich dann doch – oder zumindest zur Abwechslung zu den Erinnerungen – auch mehr über die Veränderungen auf der Welt gesehen, nachdem die Gegenstände verschwanden.


Ein wichtiges, wenn auch dünnes Buch, das den Leser mit Humor und Poesie verzaubert. Darin wird auf völlig neue Weise mit dem Thema  „Tod“ und dessen Verarbeitung umgegangen. Ich bin froh, dieses Buch zwischen den Händen gehalten zu haben.


( 4,5 / 5 Dschinn)


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Ich bin auf das Buch aufmerksam geworden durch die Rezension von Lena (Akward Dangos). Unter ihrer Rezension geht sie auch auf den Film zum Buch ein. Es gibt eine japanische Realverfilmung, die ich mir mittlerweile auch angesehen habe und zu dem ich noch ein paar Worte sagen möchte. 


Bildergebnis für if cats disappeared from the world
Bildquelle

Ein paar grundlegende Infos zum Film:

Dauer: 103 Minuten

Sprache: Japanisch

Untertitel: Englisch (möglich)

Erscheinungsjahr: 2016

Genres: Drama, Family, Freundschaft, Romance, Supernatural, Tragödie



Emotionen:
Der Film war richtig süß. Der Fokus lag eindeutig auf den Emotionen und ich hatte wirklich mehrfach Tränen in den Augenwinkeln. 

Charaktere:
Die Schauspieler waren erstaunlich gut. Sie spielten ihre Rollen klasse. Auch war ich froh zu sehen, dass ein japanischer Film auch ohne Yamazaki Kento auskommen kann (nichts gegen den Schauspieler, aber er ist einfach zu oft da xD). Dennoch unterscheidet sich bei der Ausarbeitung der Charaktere einiges zum Buch. 

Handlung: 
Auch hier unterscheidet sich der Film nochmal in einigen Punkten vom Buch, wobei ich durch die etwas "neue" Version einige Details der Handlung schlüssiger fand. Die neue Version gefiel mir gut, doch fehlen eindeutig die tiefsinnigen Gedanken der Hauptfigur, die ich aus dem Buch gewohnt war. Vielleicht hätte man das als eine Stimme "aus dem Off" einbauen können. 

Buch vs. Film:
Das Buch hat eine deutlich poetische und tiefsinnige Richtung eingeschlagen. Man lernt die Hauptfigur besser kennen und auch die Welt, in die er lebt. Im Vergleich dazu ist der Film etwas hinterhergehinkt. Er wurde kaum herausgearbeitet, aber dafür die gesammelten Personen in seinem Leben mehr eingebracht. Die Emotionen im Film überwiegen um einiges und rühren schnell zu Tränen. Einige Szenen im Film hätte ich ohne das Buch aber sicherlich gar nicht erst verstanden. Oft springt man von einer Szene zur nächsten ohne, dass der Rahmen zur Handlung erklärt wurde. 

Ich würde auf jeden Fall empfehlen erst das Buch zu lesen und dann den Film zu sehen. Liest man das Buch nicht, fehlen einem grundlegende Informationen, um die Handlung zu verstehen. Sieht man den Film nicht, verpasst man all die Emotionen, die man aus der Geschichte hätte ausschöpfen können. 


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Kommentare:

  1. Heeeeeey Leni! (Konnichiwa ♥)

    Als Beweis, dass ich hier immer noch mitlese, schreibe ich direkt mal einen Kommentar. :D Habe vorhin gesehen, dass deine Rezi zum Buch da ist und war echt gespannt, wie du es denn fandest! Und jetzt bin ich sehr erleichtert, dass du es auch mochtest. ♥ Ab und zu hätte ich mir auch gewünscht, dass man vielleicht mehr über die "Welt ohne Uhren" und mehr erfahren hätte, aber irgendwie hatte dieses Buch für mich genau die richtige Länge... Mehr Seiten hätten es für mich wohl zerstört und den Fokus vielleicht zu sehr vom Protagonisten und seinen Gedanken weggelenkt (?). Schwierig. Übrigens echt cool, dass du direkt den Film miteinbeziehst! Ich möchte ihn ja auch noch unbedingt schauen und hab mich da riesig gefreut, als du mir den Link geschickt hast. Klingt nach einer schönen Ergänzung zum Buch - obwohl mich schon das zu Tränen gerührt hat. :D Fandest du den Teufel und den sprechenden Weißkohl auch so amüsant?

    Lustigerweise hat mein Freund das Buch gerade heute beendet und er fand es auch echt gut. Seine Meinung scheint sich aber mehr mit deiner zu decken als mit meiner, ich habe ja sogar 5 Herzchen vergeben *grins* (Hach, das Buch ist so toll!)

    Liebe Grüße
    Lena ♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥

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    1. Alooohaaa Lena, ♥♥

      ich wollte dich gerade anschreiben und fragen, ob es in Ordnung ist, wenn ich dich in der Rezension verlinke. Dann schaue ich kurz hier rein und sehe, dass du bereits kommentiert hast. *-*

      Das Buch hat mir wirklich sehr gut gefallen. <3 Gefühlt lese ich zu dem Buch hauptsächlich den Kritikpunkt, dass man gerne mehr von der Welt ohne die Gegenstände gelesen hätte. Vielleicht hätte man einfach den Klappentext ein wenig umformulieren sollen? Ich bin mir auch total unsicher, ob mir weitere Seiten so gut gefallen hätten. Manchmal liegt eben in der Kürze die Würze. Auf jeden Fall haben wir einen recht ähnlichen Eindruck vom Buch. =)

      Ich finde es ja lustig, dass du deinem Freund auch direkt das Buch in die Hand gedrückt hast. xD Vielleicht könnt ihr ja nun den Film hinterher schieben? Natürlich habe ich dir gerne direkt den Link zukommen lassen. Ich schaue öfter asiatische Dramen und war geschockt, als ich gelesen habe, du würdest keinen Stream zum Film finden. Also ging ich auf die Suche nach dem Film und habe ihn auch noch gleich geschaut. Zwei Fliegen mit einer Klappe sozusagen. ;-)) Der Film war auf jeden Fall nochmal um einiges emotionaler - fand ich. Mal sehen, ob du auch den Eindruck hast. =))

      Der Teufel und besonders der sprechende Weißkohl waren Beide ein totales Highlight im Buch. Im Film wurden die Zwei leider kaum herausgearbeitet, was ich total Schade fand. Gerade, wenn man ihnen so einen besonderen Raum im Buch gibt, sollte man das - meiner Meinung nach - auch im Film tun. Möchtest du mir dann schreiben, wie dir der Film gefallen hat? Auf deine Meinung wäre ich auch mehr als neugierig! c:

      Zum Teufel muss ich auch noch unbedingt hinzufügen, dass ich es total genial fand, dass er Schokolade einfach nicht mehr verschwinden lassen wollte, als er mal probiert hat. Musste total lachen und habe mir erst Mal selbst einen Schokoriegel geholt. xD

      Ganz liebe Grüße
      Leni ♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥

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  2. Huhu Leni,

    ich mochte das Buch auch sehr gerne. <3 Es war definitiv schön zu lesen, mir hat aber auch etwas der Fokus auf die verschwundenen Dinge gefehlt bzw. was es wirklich für Probleme bereiten würde. Das wurde doch sehr oberflächlich gehalten.
    Dennoch ein sehr nachdenkliches Buch, das mich mit manchen Sätzen berühren konnte.

    LG Alica

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    1. Huhu Alica,

      gefühlt hast du auch meine Meinung gerade in total wenigen Sätzen zusammengefasst. Und ich schreibe da eine DINA 4 Seite als Rezension drüber. xD Auf jeden Fall war das Buch eine schöne Lesefreude, die zum Nachdenken anregt und berühren kann. Ich bin da total deiner Meinung. =)

      Ganz liebe Grüße
      Leni

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  3. Huhu Leni,
    ich muss ja sagen, dass mich das Cover des Buches irgendwie nicht so angesprochen hätte. Ich weiß nicht mal genau warum. Aber deine Rezension klingt dafür umso besser. Das ist so eine interessante Handlung. Ich bin beim Lesen direkt ins Überlegen gekommen, auf welche Dinge ich denn verzichten könnte und auf welche eben so überhaupt rein gar nicht. Das ist gar nicht so einfach! Ich glaube ich würde schon am ersten Tag scheitern ;o))))).

    Dass es dazu noch eine Verfilmung gibt, ist ja mal total genial. Da würde mich die Umsetzung auch sehr interessieren.

    Vielen Dank für diese wundervolle Empfehlung. Das Buch werde ich mir gleich mal auf die Wunschliste setzen. Das könnte was für mich sein!

    Ganz liebe Grüße
    Tanja :o)

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    1. Huhu Tanja,

      das Cover an sich, wäre mir sicherlich auch nicht aufgefallen. Der Titel blieb mir dafür länger in Erinnerung, als ich ihn das erste Mal gelesen habe.

      Es freut mich auf jeden Fall zu hören, dass die Rezension dich bereits ins Grübeln gebracht hat. Es ist echt gar nicht so einfach auf Gegenstände komplett zu verzichten, wobei es sicherlich auch einige Sachen gibt, die wir doch nicht bräuchten. Trotzdem sieht man das vermutlich nochmal ganz anders, wenn das Leben vom Verschwinden der Gegenstände abhängt. ;-)))

      Die Verfilmung habe ich bisher leider nur mit englischem Untertitel entdeckt. Vielleicht wird sie aber auch noch übersetzt? Sollte ich eine deutsche Version vom Film entdecken, werde ich dir auf jeden Fall Bescheid geben. =)

      *Yippie* Das Buch hat's auf deine Wunschliste geschafft. *-* ♥ solltest du es lesen musst du mir unbedingt (!!) davon berichten. =))

      Ganz liebe Grüße
      Leni =)

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  4. Hallo liebe Leni (zweiter Versuch)

    Was für ein riesiger, toller Beitrag von dir. Das ist ja alles total spannend, vielen Dank für das Lesevergnügen :-)

    Das Buch werde ich mir bald von meiner Schwester borgen und lesen. Ihr hat es sehr gut gefallen hat, was zwar in der Regel kein gutes Zeichen ist (unser Lesegeschmack ist in vielen Genres komplett gegenteilig), aber ich werde einfach schauen, wie es mir gefällt.

    Alles Liebe dir
    Livia

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    1. Huhu liebe Livia,

      aww, vielen Dank für den zweiten Versuch. <3 Ich weiß wie ärgerlich es ist, wenn man einen kompletten Kommentar fertig verfasst hat und beim Abschicken dann irgendein Fehler auftritt. Umso mehr freue ich mich darüber, dass du ihn mir nochmal geschrieben hast. =)

      Ich bin wirklich gespannt, wie dir das Buch gefallen wird. Möchtest du mir dann ein wenig über deinen Leseeindruck berichten? Da wäre ich sehr neugierig drauf. =) Hoffentlich gefällt es dir genauso sehr, wie deiner Schwester. xD

      Ganz liebe Grüße
      Leni

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