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**R** „Vereinte Welten 1: Der Auserwählte“ – von Anke Becker

Sci-Fi Abenteuer voller Gedankenanstöße



Erscheinungsdatum: 20.09.2018

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ISBN: 9781719968669

Sprache: Deutsch

Flexibler Einband 338 Seiten

Vielen herzlichen Dank an die Autorin für das Bereitstellen eines Rezensionsexemplares ♥


„Zur Sicherung der Macht soll ein Kind gezeugt werden, ohne Liebe und ohne Zuneigung.
Der Auserwählte zufällig herausgerissen aus seiner Welt, weiß nicht, was mit ihm geschieht. Der Weg ist weit, die von Frauen dominierte Galaxis voller Gefahren. Zwischen Liebe und Hass, Verrat und Loyalität entscheidet sich sein Schicksal, genauso wie das der vereinten Welten.“



Im ersten Band dieser Reihe befindet sich der Leser innerhalb der vereinten Welten in der Galaxie. Einige Szenen spielen sich auf verschiedenen Planeten, Monden oder auf einer Raumfähre statt und gibt der Geschichte eine Sci-Fi-Anspielung. Doch was ist das Besondere an den vereinten Welten? Es ist eine von Frauen regierte Welt. Sie sind völlig natürlich in Führungsrollen und fähig eigene Kämpfe auszutragen. Anke Becker dreht typische Männer-Frauen-Klischees in diesem Buch gerne um. Sie zeigt spielerisch leicht auf, wie zum Beispiel eine Frau auf ein Frauenklischee unserer Welt reagieren würde, wenn dieses Klischee von einem Mann erfüllt wird oder umgekehrt.

Aufgeteilt ist die Geschichte in drei verschiedene Sichtweisen. Janaija stellt die Hoffnungsträgerin und Anwärterin auf den Platz der Whea (oberster Rang in der Regierung) dar. Sie ist zielstrebig, unbeugsam, aber auch sehr selbstgerecht und ein wenig arrogant. Für mich war es schwierig, sie als sympathische Person zu sehen. Trotzdem waren ihre Ziele für die Regierung und die vereinten Welte lobenswert. Ihre Rolle hatte einiges interessantes an sich. Immerhin hat sie eine Führungsrolle inne, die normalerweise sicherlich ein Mann übernehmen würde. Auf Situationen, die der Mann sonst handhaben würde, reagiert sie völlig anders und gibt einigen Klischees frischen Wind mit.

Die große Mutter im Buch erwählt Kadân als Kandidat für die Priesterin Janaija. Er soll ihr eine Tochter bescheren, damit sie eine Whea werden kann. Dafür schickt sie eine Undercover-Dienerin nach ihm aus und schickt ihn von Planeten zu Planeten. Doch hat Janaija zahlreiche Feinde, die die Reise erschweren – denn ohne Kandidaten kann sie keine Whea werden.

Kadân weiß von seinem Glück innerhalb der Whea-Prüfung gegen zig andere Kandidaten und Priesterinnen antreten zu dürfen noch nichts. Er lebt gemütlich auf Aquin und damit sehr weit abseits von dem Zentralplaneten, von Janaija. Für mich persönlich, war er der angenehmste und spannendste Geselle im ganzen Buch. Er ist körperlich fit, lässt sich trotzdem mehrmals beschützen und ist charakterlich richtig stark. An jeder Stelle ist er seiner Meinung und seinen Überzeugungen treu.
Seine Ideale, die Diskriminierung von Frauen, die ihm widerfährt und dass er ständig beschützt werden muss, lassen ihn verletzlich erscheinen. Für eine männliche Rolle ist das doch recht ungewohnt. Letztendlich lässt sich sagen, dass Frauen nicht unbedingt Beschützte und Männer die Beschützer sein müssen.

Was mich jedoch ein wenig an Kadân gestört hat ist, dass er sich immer so aktiv und oft der Gefahr ausgesetzt hat. Dann musste er natürlich wieder gerettet werden und würde dies eine weibliche Protagonistin so ausführen, würde ich mir auch gegen die Stirn klatschen.

Und dann gibt es noch Shiran, die Dienerin Janaijas. Mit dem Auftrag Kadân heimlich zum Zentralplaneten zu bringen und selbst ihn in Unkenntnis über ihre Aufgabe zu lassen, startet das Abenteuer dieser Geschichte. Denn mit dem sturen Kopf Kadâns hat die ausgezeichnete Kämpferin nicht gerechnet. Aus ihrer Sicht sind Männer ein Übel und jemand ohne Respekt ihrer Stellung gegenüber, passt ihr schon gleich gar nicht. Doch macht Shiran während des Buches die stärkste Charakterentwicklung durch. Je länger sie ihrem Auftrag nachgeht, desto mehr ändert sich ihr auch etwas diskriminierende Bild über Männer, was sie Seite für Seite sympathischer macht.

Im Buch gibt es viele diskriminierende Stimmen gegenüber Männern. An vielen Stellen fühlt sich die Respektlosigkeit gegenüber Männern jedoch als hart und unangemessen an. Es ist spannend zu beobachten, wie Klischees umgedreht werden – zum Beispiel sind Männer in den Augen vieler Frauen nicht als ein Stück Fleisch, sie sind höchstens zur Zeugung einer Tochter gut, aber werden auch von Frauen beschützt. Geschlossene Gesellschaften gibt es unter Frauen, und Männer werden auf ihr äußeres reduziert. Das „Mann-Frau“-Bild ein wenig zu verdrehen ist so genial und interessant zu verfolgen, gleichzeitig ist es ein unfassbarer Gedankenanstoß.

Letztendlich wird die Idee mit einem gefühlsstarken Schreibstil abgerundet. Mir war es ein leichtes mich in die Charaktere zu versetzen, mitzufühlen und die Charaktere zu greifen. Sie sind unfassbar gut ausgearbeitet und besitzen ihre eigene Persönlichkeit. Nur beim Weltenaufbau und Beschreibungen ungewohnter Gegenden hätte ich mir etwas mehr gewünscht. Teilweise fand ich es doch schwer mir ein genaues Bild über die Umgebung im Kopf heraufzubeschwören. Gern hätte ich auch noch einige weitere Informationen über die Regierung und die Abläufe dieser Welt. Da es jedoch erst der Auftakt der Reihe ist, freue ich mich hier eher darauf, dies vielleicht in der Fortsetzung zu erhalten.


Mich konnte das Buch wunderbar unterhalten, aber auch zum Nachdenken bewegen. Schnell betrachtet man alte Klischees über Mann und Frau von einer anderen Perspektive und all das wird mit einem spannenden Abenteuer abgerundet. Die Charaktere sind unfassbar gut ausgearbeitet und mal sympathischer und mal weniger sympathisch. Von den Umgebungen und dem Weltenaufbau wünsche ich mir in der Fortsetzung mehr Beschreibungen. (Am besten wäre es auch, wenn Kadân sich nicht so oft in Gefahr bringen würde, aber andererseits sorgt das auch für Spannung in der Geschichte, nicht wahr?)


( 4 / 5 Dschinn)


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