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**R** „Feuer & Wind“ – von Larissa Brown

Zumindest hatte es Potenzial...




Erscheinungsdatum: 14.10.2016

Verlag: LYX

ISBN: 9783736302310

Sprache: Deutsch

Flexibler Einband 750 Seiten





„Jen lebt in einer nicht allzu fernen Zukunft in einer kühlen Welt aus Glas und Stahl, der sie nur durch das Eintauchen in virtuelle Realitäten entfliehen kann.
Beim Test einer historischen Simulation geschieht das Unglaubliche: Jen wird in das Island des 10. Jahrhunderts katapultiert, wo sie von einer Gruppe Wikinger aufgefunden wird. Deren Anführer Heirik ist zugleich geachtet und gefürchtet - wegen eines Blutmals gilt er als unberührbar. Für Jen jedoch ist er Sehnsucht, Glück, Verlangen und erfüllt ihre Seele mit der Macht eines Sommersturms. Doch kann sie das Tabu durchbrechen, das den einsamen Nordmann umgibt und die Vergangenheit zu ihrer Zukunft machen?“


Dieses Buch strotzt voller genialer Ideen, die ich einfach nur absolut geliebt habe. Zu Beginn befindet man sich im 22. Jahrhundert. Die Umwelt ist trist, farblos und ein wenig ausgestorben. Außer Krähen gibt es keine Tiere mehr. Flüsse, Bäche, Seen und Meere existieren nicht. Wasser wird durch Maschinen aus der Luftfeuchtigkeit gewonnen. Es ist also kein Wunder, dass sich die Menschen simulierte Welten erschaffen haben und in sogenannten „Tanks“ einen Ausgleich finden.

Durch die Technologie der modernen Zeit wurden Tanks entwickelt. Mit ihnen kann man in die Zeiten und Welten gelangen, die vor dem 22. Jahrhundert existiert haben.

„Jeder hatte ein Land und eine Zeit, die er besonders schätzte, und lebte sooft wie möglich darin.“

Für die Aussprache, die Worte und die Sprache in den Tanks ist Jen verantwortlich. Sie entwickelt durch Forschung Stimmfarben, Akzente, Dialekte und Weiteres, die sie den jeweiligen Zeiten und Welten zuschreibt. Ihre Arbeit faszinierte mich. Sie nahm die Welt völlig anders wahr. In Klängen, Geräuschen, Tiefen und Höhen von Tönen.

Aktuell arbeitet das Forschungsteam an einer neuen Tanksimulation und Jen soll diese testen. Doch läuft etwas schief und sie landet im alten Island des 10. Jahrhunderts. Zu den Wikingern einer atemberaubenden Welt voller Wiesen, Getreide, Pferde, Hunde und Wasser.

Die Autorin muss unfassbar naturverbunden sein. Ansonsten kann ich mir die Liebe in den Worten über Landschaften, einfache Naturphänomene, wie einen Sonnenuntergang, nicht erklären. Dadurch, dass Jen die Natur zum ersten Mal sieht, steht sie dieser mit einer kindlichen Neugier und Freude gegenüber. Auch dem Leser wird die Schönheit unserer Welt bewusst und Jens Entdeckungsgeist sorgt regelrecht für ein Lächeln auf den Lippen. Auf jeden Fall ermöglicht Larissa Brown dem Leser eine bildgewaltige Zeit in der Welt des damaligen Islands.

Im Island trifft Jen auf die Wikinger-Sippe des gefürchteten Anführers Heirik. Er besitzt ein großes Brandmal, das die Hälfte seines Gesichts und einen Teil seines Körpers bedeckt. In seiner Sippe gilt er dadurch als verflucht, als hätten die Götter Blut auf ihn vergossen und Platz für das Böse gemacht. Doch ist er ein guter, durchdachter Häuptling und wird deswegen respektiert. Und von Jen bald geliebt.

Viele dieser Ideen sind super und ich war hingerissen von den neuen Grundideen. Verzaubert hat mich der Aufbau der Handlung, der dann langsam einer langen Schwärmerei einer jungen Frau Platz gemacht hat. Und mit lang, meine ich seeeehr lang. Gefühlt war ein Drittel des Buches gefüllt mit verliebten Gedanken von Jen gegenüber Heirik (und das Buch ist knapp 750 Seiten dick, ein Drittel ist da nicht wenig). Bald wurden Schwärmereien zu einer breit ausgefüllten Liebesgeschichte, die so voller Klischees strotzte, dass ich jede Wendung hab vorhersehen können. „Feuer und Wind“ habe ich zur Hand genommen, da mich die neuen Ideen angezogen haben. Ich wollte etwas Neues lesen, was ich leider nur zum Teil erhalten habe. Auch rückte die eigentliche Handlungsidee völlig in den Hintergrund und verlor an Bedeutung.

Liebesgeschichten gegenüber bin ich eigentlich sehr aufgeschlossen. Gerne nehme ich eine reine Romanze zur Hand oder entdecke Liebesgeschichten in Büchern gerne als Nebenstrang. Doch in "Feuer und Wind" hatte ich so einige Probleme damit. Zum einen, da wirklich viel über die Schwärmerei von Jen berichtet wird, zum anderen verstand ich die Schwärmerei nicht oder nur zum Teil. Dass sie Interesse an einem verletzlichen und gleichzeitig starken Wikinger-Häuptling hat, ist für mich nachvollziehbar. Trotzdem ist er ein Häuptling und Jen wirkte auf mich, als hätte sie die komplette Phase der Emanzipation wie die Wikinger-Sippe nie erlebt. Als eine Frau aus der Zukunft, war das wenig realistisch. Vor allem machte sie sich durch ihre unterwürfige, verträumte, teils naive Art unsympathisch.

Der Schreibstil von Larissa Brown lässt sich fließend lesen. Ihre Worte verzaubern, sind bildgewaltig und ich liebe ihre Naturbeschreibungen. Kapitelenden hat sie jedoch recht wahllos gewählt. Hin und wieder hat sie eine Landschaft beschrieben, mitten drin das Kapitel beendet und im neuen Kapitel wurden die Beschreibungen einfach fortgeführt. Ab und zu hat mich das aus meinem Lesefluss gezogen.



Larissa Brown baut eine wundervolle Handlung auf, die vor neuer Ideen strotzt. Voller Vorfreude habe ich mich auf jede einzelne Idee gestürzt, war bezaubert von der Weise, wie sie die Welt betrachtete. Trotzdem wurde viel meiner Lesefreude gedämpft, als die Liebesgeschichte ungefähr nach dem ersten Drittel des Buches überhand gewann. Lieber hätte ich mehr über das 22. Jahrhundert erfahren, über das 10. Jahrhundert im Island, den Zeitsprung von Jen. Eben mehr über die Handlung, die am Anfang des Buches angedeutet wurde. Letztendlich wurde viel Potenzial verschenkt, das diese Geschichte durchaus gehabt hätte.


( 2 / 5 Dschinn)


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Meine Hauptfreude in diesem Buch war auf jeden Fall die Betrachtung der Natur und welche Schönheit sie bergen kann. Deswegen habe ich meine alten Kamera-Bilder durchstöbert und Nat(ü)r(liche)-Schönheiten herausgekramt:


~ Malta

~ Schweiz

~ Bosnien

~ England

Ich verliere mich gerne in den Betrachtungen unserer Natur. Ob nun einen wunderschönen Sonnenaufgang oder -untergang, grüne oder weiße Berglandschaften, einem einzigartigen Wolkenspiel, Wälder voller Pilze und unterschiedliche Baumblätter, eine durchsickernde Sonne oder einen Vogelschwarm - ich könnte meinen Blick nicht abwenden. Deswegen mache ich auch sehr gerne Bilder von den Wundern unserer Natur.


Wie ist das bei euch? Fotografiert ihr auch gerne Naturbilder oder könntet ewig in den Wundern unserer Umwelt versinken? Liest ihr gerne Bücher, in denen die Natur beschrieben wird? Welches Naturphänomen kann euch am meisten begeistern oder welches würdet ihr noch sehen wollen?


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Kommentare:

  1. Hey Leni,

    dieses Buch interessiert mich brennend und deine Rezension war sehr aufschlussreich. Man merkt, wie du am Anfang schwärmst und letztendlich dann doch enttäuscht warst. Die Ideen in diesem Buch klingen wirklich außergewöhnlich und schön. Ich persönlich hätte sowieso mit einem Großteil Lovestory gerechnet, vielleicht wäre ich aber trotzdem enttäuscht, wenn mir der Anfang dann auch so gut gefällt? :D Mal sehen. Ist auf jeden Fall ein ganz schöner Wälzer, den ich mir nicht sofort anschaffen werde, aber vllt mal irgendwann gebraucht. Du hast mir auf jeden Fall sehr geholfen und die Fotos sind ein Traum!

    Liebe Grüße
    Lena ♥♥♥♥♥♥

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    1. Alohaaa Lenaaa, ♥♥♥

      ich freue mich zu hören/lesen, dass meine Gedanken zum Buch so gut herübergekommen sind. Die Rezension ist mir echt schwer gefallen. Gerade, weil der Anfang mich so überzeugt hat und mich der Verlauf enttäuscht hat.

      Dass du dich davon nicht abschrecken lässt, sondern dich nur neugieriger macht, finde ich auch klasse. Vielleicht gefällt dir das Buch tatsächlich auch besser als mir? Daumen sind gedrückt! =D Auf jeden Fall musst du mir Bescheid sagen, wie es dir gefällt, solltest du es tatsächlich lesen.

      Vielen Dank für deinen lieben Kommentar und für dein Kompliment zu den Fotos. *-*

      Ganz liebe Grüße
      Leni ♥♥♥♥♥♥♥♥

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