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**R** „Bevor die Nacht geht“ – von Patrycja Spychalski

Eine Berlin-Erkundungstour für jüngere Leser




Erscheinungsdatum: 28.07.2014

Verlag: cbt

ISBN: 9783570163030

Sprache: Deutsch

Fester Einband 288 Seiten



„Als Kim und Jacob sich an einem ganz normalen Samstagmorgen in der Berliner S-Bahn treffen, ist es Liebe auf den ersten Blick! Eigentlich wollte Kim nur einkaufen, doch als Jacob ihr erzählt, dass er Berlin nicht leiden kann, überredet sie ihn, mit ihr zu kommen – quer durch die Stadt, an all ihre Lieblingsorte. Jacob soll sich in Berlin verlieben … und vielleicht auch in sie. Doch für Jacob ist es der letzte Tag, bevor er am nächsten Morgen für ein Jahr weggeht. Obwohl es hoffnungslos ist, folgt er diesem Mädchen, das sich so unerwartet in sein Herz gemogelt hat, durch Straßen, Parks und Cafés … Einen Tag und eine Nacht haben sie – und jede Sekunde mit Kim pulsiert vor Leben, wie Berlin selbst.“



Auf dieses Buch habe ich mich total gefreut. Berlin gehört zu meinen liebsten Städten und ich finde, es ist ein Ort, an dem man immer wieder etwas Neues entdecken kann. Somit hat mich die Idee des Buches schon sehr angesprochen. Außerdem habe ich mir von der Geschichte versprochen, dass ich vielleicht selbst noch Orte in Berlin für mich selbst entdecken kann. Dafür ist das Extra am Schluss, ein Grundriss von Berlin mit Markierungen an allen Orten, an denen die Protagonisten waren, sicherlich super.

Vom Schreibstil und den Charakteren, war die Geschichte jedoch eher einfach gestrickt. Es liest sich wirklich flüssig, locker und einfach, aber die starke „Jugendsprache“ in manchen Dialogen, fand ich doch etwas anstrengend. Worte und Sprüche, wie „krass“, „Alter“ oder „was geht?“ reihen sich schnell aneinander. Besonders ausländische Charaktere, die einen kurzen Auftritt in der Geschichte hatten, haben plötzlich ganz anders gesprochen. Hier wurde mal ganz tief in die Klischeetube gegriffen. Natürlich müssen jugendliche, wie ungebildete Kleinkinder sprechen – ganz besonders in einer Großstadt – und Ausländer können auf KEINEN Fall normales Deutsch!

Kim und Jacob waren jedoch das Hauptaugenmerk der Geschichte. Nebencharaktere haben nur in kurzen Gesprächen oder Erzählungen ihren Auftritt. Auch die Eltern der Beiden werden nur durch einen Anruf oder eine SMS mit in die Geschichte eingebunden. Dafür wechselt die Sichtweise zwischen den Protagonisten und bei jedem Sichtwechsel wird die momentane Uhrzeit angegeben, genauso wie der Ort, an dem sie sich gerade befinden.

Kim ist ein sehr offener, lebensfroher Mensch mit ihrem Pack an Problemen. Ihre Gedanken springen unheimlich schnell von einem Thema zum nächsten und oft macht sie Dinge, bevor sie wirklich darüber nachdenkt. So dreht sie in einem Laden spontan ein Bild auf den Kopf, kauft eine Blume, um sie auf ein zufälliges Grab zu legen oder spricht den süßen Jungen an, der ihr in der S-Bahn gegenübersitzt. Mit ihrer lebenslustigen und spontanen Art, wickelt sie die Menschen schnell um den Finger und hat definitiv eine sympathische Seite an sich. Doch wirkt sie oft unüberlegt, wenn sie beispielsweise auf einer Party aus einer fremden Flasche trinkt oder den Pullover von dem schwimmenden Jungen klaut, der sie gerade geärgert hat. An solchen Stellen würde man sie am liebsten durchschütteln, auch werden ihre Taten in ein zu berauschendes Licht gestellt, dass einem einen Adrenalin-Kick geben soll.

Im Gegensatz soll Jacob den ruhigen, besonnenen widerspiegeln. Er ist ein ernster Typ, der im Leben über vieles nachdenkt und gerne über die Welt liest. Doch hat er auch eine spontane und offene Ader, wodurch er auf Kims abenteuerlichen Vorschlag eingeht, sich Berlin nochmal anzusehen und dass vielleicht aus einem ganz anderen Blickwinkel? Auch ihn begleiten einige Probleme, die jedoch eher gestriffen, als tatsächlich ausgeführt werden. Da die beiden Hauptfiguren nur einen Tag haben, um sich kennenzulernen, ist dies aber auch viel authentischer. Gleichzeitig geht der Geschichte aber auch das Potenzial abhanden, etwas mehr Tiefe zu erhalten.



Ein Buch, das ich eher Quer gelesen, als wirklich genossen habe. Die Geschichte liest sich sehr flüssig, aber mit dem Stil in den Dialogen konnte ich mich selten anfreunden. Patrycja Spychalski hat es geschafft eine Liebesgeschichte zu schreiben, die sich innerhalb eines Tages entwickelt und trotzdem total authentisch auf mich gewirkt hat. Es wird nichts übertrieben oder übermäßig kitschig dargestellt, aber dadurch geht ihr gleichzeitig ein wenig Tiefe ab. Auf jeden Fall würde ich das Buch für ein eher jüngeres Publikum empfehlen, das auf der Suche nach einer authentischen, abenteuerlichen Liebesgeschichte ist.



„Manchmal ist es schwer vor jemanden Respekt zu haben, der so wenig welchen vor sich selbst hat.“ (S. 134)



( 2 / 5 Dschinn)


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Ich muss ja zugeben, dass die Rezension schon seit einer gewissen Weile in meinen Entwürfen herumlungert. Nach einer Ewigkeit klicke ich also in meinen Artikel rein und sehe unten dieses Lied:



Ich habe nicht mehr die Bohne von einer Ahnung, weshalb ich dieses Lied angehängt habe. Allerdings fand ich gerade das so lustig, das ich mich entschlossen habe es als Extra zu behalten. Vielleicht mögt ihr es euch ja im Hintergrund anhören, während ihr in die Geschichte von Kim und Jacob hineinschnuppert? =')


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