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**R** „Was wir dachten, was wir taten“ – von Lea-Lina Oppermann





Erscheinungsdatum: 15.08.2019

Verlag: Julius Beltz GmbH & Co. KG

ISBN: 9783407749635

Sprache: Deutsch

Flexibler Einband 179 Seiten


„Amokalarm. Eine maskierte Person dringt ins Klassenzimmer ein und diktiert mit geladener Pistole Aufgaben, die erbarmungslos die Geheimnisse aller an die Oberfläche zerren. Arroganz, Diebstähle, Mitläufertum, Lügen – hinter sorgsam gepflegten Fassaden tun sich Abgründe auf. Fiona ist fassungslos, unfähig zu handeln, Mark verspürt Genugtuung und Herr Filler schwankt zwischen Wut und Passivität. Bald sind die Grenzen so weit überschritten, dass es für niemanden mehr ein Zurück gibt. Ein messerscharf komponiertes psychologisches Kammerspiel mit Thrillerfaktor!“

Seit ich den Klappentext von diesem Buch kenne, möchte ich die Geschichte lesen. Es versprach Spannung, eine schreckliche Situation für die Schüler, aber aus dem Leben gegriffen und eine originelle Idee. Denn wie bringt ein Amokläufer andere Schüler dazu, ihre tiefsten Geheimnisse zu verraten? Mit diesen Gedanken bin ich in das kurze, aber rasante Buch eingestiegen.

Die Autorin schreibt die Geschichte aus der Perspektive aller beteiligten Schüler und dem Lehrer. Jeder bringt eine Portion Angst ins Geschehen und hat ein Stück mehr Wissen als jemand anderes. Lediglich die Sichtweise des Täters erhalten wir nicht, auch spricht dieser kein Wort.

Ich hing an den Seiten. Ich hatte Angst, um die Charaktere. Doch über die Seiten merkt man auch schnell, dass die Handlung deutlich weniger brutal ist und der Fokus mehr auf die Geheimnisse der Klasse gelegt wird. Auf die Abgründe Ihres Lebens. Und diese werden auf schmerzhafte Weise ans Licht geführt. 

Es werden mehrere Themen angeschnitten. Eitelkeit, heuchlerische Vorbildfunktion oder auch Essstörungen. Sobald es um ihr Geheimnis geht, suchen sie nach einem Helden. Sind sie nicht im Fokus, haben sie vielleicht Mitleid. Ein anderer Teil freut sich vielleicht auch über die „verdiente“ Demütigung. Das Buch ist heftig. Hier werden wirklich Abgründe eröffnet, aber durch die kürze der Geschichte und die doch hohe Anzahl der Charaktere, lediglich angeschnitten. 

Überall habe ich mehr Potenzial gesehen. Das Buch hätte noch spannender, rasanter, authentischer sein können, durch mehr Brutalität – was leider zu einem Amoklauf dazugehört. Auch die Tiefgründigkeit hätte verstärkt werden können, durch ein paar mehr Zeilen/Seiten. Letztendlich gibt es auch einige Bemerkungen aus der Vergangenheit der Charaktere oder ein paar Handlungsstränge, die angesprochen und dann nicht weiterverfolgt werden.

Eine originelle Idee, die sich rasant lesen lässt. Auch, wenn es weniger brutal ist, als ich erwartet hätte, empfehle ich das Buch nicht für Leser mit schwachen Nerven. Aus psychologischer Sicht, eine spannende Lektüre, die authentisch das Innenleben und die Gedanken der betroffenen Schüler widerspiegelt. Wichtige Themen werden angesprochen, wenn auch nur kurz. Mit ein paar weiteren Sätzen und mehr Authentizität, hätte die Autorin noch mehr aus ihrer Geschichte holen können. Aus meiner Perspektive, wurden an diesen Punkten wenig Potenzial verschenkt. 


( 3 / 5 Dschinn)


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1 Kommentar:

  1. Hallo liebe Leni,
    also der Klappentext hat mich jetzt auch sofort ködern können. Ich hätte nach dem Lesen auch so einige Erwartungen an die Geschichte. Besonders mit dem psychologischen Teil hast du mich neugierig machen können. Schade ist, dass du noch viel mehr Potential gesehen hast, was letztlich nicht voll umgesetzt wurde. Ich denke auch, dass ein Amoklauf meist blutig endet. Ob ich das unbedingt lesen möchte ... fraglich. Aber es gehört eben dazu. Daher verstehe ich insbesondere diesen Kritikpunkt.

    Letztlich hast du mich neugierig zurückgelassen und trotz der Kritikpunkte wäre das ein Buch, das ich lesen wollen würde. Ich werde es im Kopf behalten. Wenn ich es im richtigen Moment im Kaufhaus entdecke, dann wandert es ins Körbchen ;o)

    Vielen Dank für diese interessante Buchvorstellung.

    Ganz liebe Grüße
    Tanja :o)

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