**R** „Magie aus Gift und Silber“ – von Lisa Rosenbecker

Verfluchte Statue




Erscheinungsdatum: 22.04.2019

Verlag: Drachenmond Verlag GmbH

ISBN: 9783959914505

Sprache: Deutsch

Taschenbuch 404 Seiten

„Rya ist gefangen in einem Körper aus Stein. Seit einer Ewigkeit fristet sie ein Dasein als Statue in einem Museum und beobachtet voller Neid das bunte Leben der Menschen. Bis eines Tages Nick auftaucht, der sie hinter der Fassade aus Marmor spüren kann. Mit einem Kuss erweckt er Rya zum Leben und sie stolpert in eine Welt, die magischer ist, als sie es sich erträumt hat und viel gefährlicher. Sie wird in einen uralten Krieg zwischen Gorgonen und den Nachfahren von Perseus hineingezogen, ohne zu ahnen, wie eng ihr Schicksal mit ihnen verknüpft ist. Während die Konturen von Gut und Böse verschwimmen, muss sie sich entscheiden: Will sie zu einer Heldin werden oder ihr Herz verlieren?“

Von der Idee hinter „Magie aus Gift und Silber“ war ich sofort fasziniert. Seit Jahrhunderten ist Rya gefangen im Körper einer Statue, verflucht von den altbekannten Gorgonen. Seit 100 Jahren beobachtet sie das Verhalten und die Gespräche von Menschen in einem Museum. Und endlich wird sie befreit durch die Hilfe eines speziellen Ordens, der darauf spezialisiert ist versteinerte Menschen zurück zu verwandeln. 

Es kam einiges an griechischer Mythologie auf mich zu. Gorgonen waren mir ein Begriff, aber es war dann doch spannend hinter die komplette Geschichte von Medusa und ihrer Begegnung mit den Göttern zu erfahren. Man muss sich also nicht viel auskennen und kann sich von den Erläuterungen abholen lassen. 

Am Anfang fand ich den Eintritt in die Welt dennoch etwas zähflüssiger. Nach den vielen Jahren hinter Stein, muss die Hauptfigur Rya erst mal aufgeklärt werden, wieso sie zu Stein wurde, welche Geschichte Medusa hat und wieso es noch Gorgonen gibt, wofür der Orden kämpft und so weiter. Irgendwann fand ich es zu viel auf einen Schlag. Da habe ich mich selbst wie in einer Schulstunde gefühlt. Trotzdem blieb die Thematik interessant und ich somit am Ball.

Schnell befindet man sich als Leser jedoch auch im Krieg zwischen den Gorgonen, die Verbrecher in Stein verwandeln und dem Orden. Es wird sehr viel Strategie über Kriegsführung mit eingebracht und hinterfragt, welche Seite die „Gute“ ist. Mir gefiel es, dass nicht Schwarz-Weiß differenziert werden konnte. Auch wurde die Schuld, die man auf sich nimmt für die Beendigung des Kampes, sehr authentisch beschrieben. Durch den geballten Fokus in Richtung Strategie, Spitzel, Krieg, Kriegerausbildung, baute sich der Spannungsbogen für mich leider ab. Bis etwas entscheidendes passiert oder aufgelöst ist, dauert es dann doch eine Weile.

Mit der Hauptfigur habe ich allerdings schnell sympathisiert. Rya zeigt sich als sehr aufmerksame, dankbare Person. Wie sie die Welt wertschätzt wegen ihrer Gefangenschaft, ist eine schöne Perspektive. Ich habe gerne mit ihr die Welt der Gorgonen und des Ordens erkundet. Bei ihr hätte ich mir lediglich gewünscht, dass sie etwas altertümlicher redet und weniger modern, immerhin ist sie Jahrhunderte alt. Das hat aber weniger mit ihrem Wesen zu tun.

Eine wirklich tolle Idee mit Schwächen in der Umsetzung.

Es ist spannend einer Person zurück ins Leben zu folgen, die von Gorgonen zu einem Dasein als Statue verflucht wurde. Die Portion griechische Mythologie muss man nicht missen und mit der Protagonistin konnte ich schnell sympathisieren. Dennoch wird es in einen belehrenden Schreibstil verpackt, der nach paar Seiten zäh wurde. Zudem ist der Part rund um die Kriegsführung sehr hoch und präsent. Mir persönlich hat es die Spannung etwas genommen, da es in dem Setting länger dauert, bis etwas Entscheidendes passiert. 


( 2,5 / 5 Dschinn)

2 Kommentare:

  1. Hallo liebe Leni,
    ich fand es beruhigend zu lesen, dass man hier auch ohne große geschichtliche Vorkenntnisse gut in die Geschichte kommt. Ja, dass man hier ggf. sogar noch etwas dazu lernt. Allerdings hatte ich auch eine Ahnung von dem, was einem erwartet, als ich deine Worte gelesen habe, dass es dir teilweise wie eine Schulstunde vorkam. Zu viel Erklärungen reißen mich auch immer schnell raus. Da ist dann, meiner Meinung nach, "show don`t tell" gefragt.

    Die Idee mit der Steinfigur, die zurückverwandelt wurde, hingegen gefällt mir vom Ansatz her, richtig gut.

    Ich konnte auch deinen Kritikpunkt bzgl. der Wortwahl gut nachvollziehen. So etwas hatte ich auch mal bei einem Zeitreiseroman. Das hat mich regelrecht gestört, da ich immer nur an die Menschen denken musste, auf die die betreffende Person in der Vergangenheit gestoßen ist. Die sollten doch eigentlich bei der modernen Umgangssprache zumindest mal ins Stutzen geraten ... ;o)

    Ganz liebe Grüße
    Tanja :o)

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Huhu Tanja,

      ich muss zugeben, dass ich die Vorgeschichte von Medusa selbst gar nicht so kannte. Ich wusste hauptsächlich, dass sie Schlangenhaare hat und man ihr blooooß nicht in die Augen schauen soll, wenn man kein Dasein als Steinstatue verbringen mag. Umso interessanter fand ich es in dem Buch, dass sie eine Hintergrundgeschichte erhalten hat. Meine beste Freundin meinte zwar bereits, dass es eine fiktive Geschichte ist und die Sage um Medusa etwas andere Züge angenommen hat, aber das hat der Geschichte keinen Abbruch getan.

      Du hast es aber super in Worte gefasst. Hier hätte ich mir deutlich mehr show don't tell gewünscht. Das hätte mein Leseerlebnis spannender gestaltet. Vor allem hatte es bereits gute Voraussetzungen, weil mich der Plot angesprochen hat.

      Oh, daran kann ich mich auch gut erinnern. Ich glaube, die Kritik hattest du bei dem Roman London Whisper - kann das sein?

      Ganz liebe Grüße
      Leni

      Löschen

Wenn du auf meinem Blog kommentierst, werden die von dir eingegebenen Formulardaten (und unter Umständen auch weitere personenbezogene Daten, wie z. B. deine IP-Adresse) an Google-Server übermittelt. Mehr Infos dazu findest du in meiner Datenschutzerklärung meiner Datenschutzerklärung und in der Datenschutzerklärung von Google.