**R** „Der Märchenzauberer“ – von Cairiel Ari, K. Kelven

Wenn man plötzlich doch in einem Märchen lebt oder das Märchen bei dir




Erscheinungsdatum: 28.06.2016

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ISBN: B01HQNPA0S

E-Buch Text


Vielen herzlichen Dank an den Autor für das Rezensionsexemplar! ♥


Die total schüchterne Protagonistin Alicia lebt zurzeit in einem Internat. Mit ihrer zurückhaltenden Art und ihrer Tendenz in Tagträume abzudriften, ist sie schnell zum Gespött der Klasse geworden und gehört definitiv zu den liebsten Opfern der Mobberzicken in ihrer Klasse. Da ist es eigentlich kein großes Wunder, dass sie sich lieber hinter ihren Büchern versteckt oder selbst ein paar Geschichten schreibt. Als die Leiterin der Schülerzeitung eines ihrer Geschichten liest, wird Alicia sofort in die Schülerzeitung mitaufgenommen und soll eines Tages ein mysteriöses Haus fotografieren, das ein paar Klassenkameraden im Wald entdeckt haben und für ein Hexenhaus halten. Als Alicia durch ein paar Umwegen tatsächlich zum Haus gelangt und erkennt, dass es sich um ein Lebkuchenhaus handelt, nimmt das ganze Märchendesaster seinen Lauf.



Der Schreibstil lässt sich sehr flüssig lesen und man hat das Buch innerhalb kürzester Zeit durchgelesen. Mit „Der Märchenzauberer“ wurde eine Märchen-Adaption zu einem eigenen Märchen der ganz besonderen Art. Viele Klischees werden mit eingespielt, es wird mit ihnen gespielt und letztendlich werden sie teilweise sogar umgedreht.

Die menschliche Welt ist gerade dabei, sich mit der Märchenwelt zu überschneiden. Plötzlich taucht ein sprechender Nussknacker auf, ein Frosch, der manchmal zum Prinzen wird und eine Klassenkameradin wird zur waschechten Hexe. Die Fantasie in diesem Buch nimmt wirklich kein Ende, an jeder Ecke trifft man auf ein anderes Märchen, dass wunderbar in die Geschichte verwebt worden ist und dort auftaucht, als wäre das total alltäglich. Allerdings überzeugt das Buch auch mit vielen eigenen Ideen, wodurch man weder Fantasy-Elemente noch eine abenteuerliche Geschichte missen wird. Langweilig wird es also nie!

Was wohl in keinem normalen Märchen aufgetaucht wäre, ist ein Mädchen wie Alicia. Sie bekommt ihren Mund nicht auf, lässt sich herumschubsen und jammert bei jeder Kleinigkeit. Einerseits ging einem ihr Verhalten ziemlich auf den Keks, aber andererseits waren so viele Szenen dadurch viel realistischer. Die Märchenwesen erwarten von ihr, dass sie einer menschenfressenden Hexe den Gar ausmacht? Nein, nein, das zählt sie eindeutig nicht zu ihren Hobbys. Wegrennen ist eindeutig sicherer. Ständig werden schüchterne Mädchen in Geschichten zu hyper Mutanten und retten die Welt, weil sie plötzlich so mutig sind. Alicia blieb aber durchweg realistisch, hat immer etwas von ihrer schüchternen, ängstlichen Art behalten, sich aber trotzdem ständig weiterentwickelt. In manchen Situationen, kam sie einem richtig naiv vor, dafür zeigt sich in manchen Situationen auch ihre Intelligenz sehr deutlich.

Allerdings ist der Prinz in der Geschichte auch ganz anders, als in den üblichen Märchen. Er ist mürrisch, ziemlich launisch, hat eine lose Zunge und ist ein Hau-drauf-Männchen. So gerne er mit dem Schwert Andere einen Kopf kürzer macht, so wird das in der realen Welt nicht gerne gesehen. So muss er nicht selten dabei zusehen, wie Alicia das Steuer in die Hand nehmen muss, um die Situation zu retten. Das geht total gegen seinen Prinzen Stolz, wodurch die Zwei sich nicht selten in die Haare kriegen. Die Zwei zusammen waren schon richtig kultig.

Nun aber auch ein wenig zur Kritik meinerseits. Manchmal war ich regelrecht erstaunt darüber, wie verletzend die Charaktere miteinander gesprochen haben. Da kamen öfters mal ziemlich grundlose Beleidigungen über ihre Lippen. Manche konnte man scherzhaft verstehen, dementsprechend wurde auch von der anderen Person reagiert, aber andere hätte ich vermutlich nicht so leichtfertig hingenommen. Wenn zwei Charaktere befreundet waren und Beleidigungen nicht ganz gepasst haben, dann standen sie sich eben gegenseitig im Weg, damit sie sich über den Anderen lustig machen konnten. Vielleicht bin ich auch einfach nur empfindlich, aber mir persönlich war das ein wenig zu viel des Guten.


Durch den Schreibstil gelangt man schnell durch die Geschichte, die mit endlosen Märchenelementen überraschen kann. Es wird sehr abenteuerlich geschildert und das mit total untypischen Protagonisten, die einerseits mal ein wenig nerven und andererseits mehr als realistisch und oft urkomisch sind. Sehr authentisch, unterhaltsam, aber die unnötigen Beleidigungen (selbst unter Freunden oder Kameraden) landeten bei mir an der falschen Adresse.



( 3 / 5 Dschinn)


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Mein Reziextra wird dieses Mal eine Weiterempfehlung. In "Der Märchenzauberer" trifft man auf viele altbekannte Märchen und mit dabei ist auch Schneewittchen. Mit eben diesem Märchen gibt es eine Spiegelszene, die mich total an die Interaktive Horror-story von Lena (Akward Dangos) erinnert hat. Ich finde die Idee total cool und falls ich euch neugierig gemacht hab, könnt ihr ja mal HIER reinklicken, um die interaktive Horrorstory von Lena zu lesen und auch weiter mitzuverfolgen. =)


Was ist eure Meinung zu interaktiven Geschichten? Verfolgt ihr bereits oder schreibt sogar vielleicht eine, die ihr auf eurem Blog veröffentlicht habt? 


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